Mieter-Check – So finden Sie den perfekten Mieter

Die Medienberichte von Mietnomaden und verwüsteten Wohnungen häufen sich und fast jeder Vermieter hat schon einmal schlechte Erfahrungen mit einem Mieter machen müssen. Damit Ihnen das nicht passiert, erfahren Sie im Folgenden, worauf Sie bei der Wahl Ihres Mieters achten sollten.

Der erste Eindruck

Um Zahlungsausfälle, Schäden am Mietobjekt, Verstöße gegen die Hausordnung und Streitigkeiten vorzubeugen, sollten Sie Ihren potenziellen Mieter mit Bedacht auswählen. Lassen Sie sich nicht durch teure Kleidung oder Phrasen blenden, sondern vertrauen Sie Ihrem persönlichen ersten Eindruck. Bei einem Besichtigungstermin sind bereits die ersten Sekunden entscheidend für die richtige Einschätzung des Mietinteressenten. Sollte der erste Eindruck negativ sein, ist es ratsam, den Interessenten nicht in die engere Wahl zu ziehen.


Die aussagekräftigen Unterlagen

Ein guter Mieter zahlt nicht nur seine Miete pünktlich, sondern wertet auch die Wohnung durch kleine Renovierungsarbeiten auf und pflegt ein gutes Verhältnis zur Nachbarschaft. Doch woran erkennen Sie, ob der Interessent, der im Besichtigungstermin einen positiven ersten Eindruck hinterlassen hat, diese Kriterien erfüllt und sich die Wohnung auch leisten kann?

Zur Überprüfung der Liquidität des potenziellen Mieters eignen sich Gehaltsnachweise. Daran können Sie erkennen, ob sich der Interessent in einem festen Arbeitsverhältnis befindet und regelmäßig Einkünfte erzielt, die hoch genug sind, um die Miete zahlen zu können. Auch mit Hilfe einer Schufa-Auskunft können Sie Rückschlüsse auf die finanziellen Verhältnisse des Interessenten ziehen. Bitte beachten Sie, dass diese Angaben freiwillig sind und auch eine Schufa-Auskunft nur mit Zustimmung des potenziellen Mieters angefragt werden kann.

Das eingeschränkte Fragerecht

Neben den wirtschaftlichen Verhältnissen sagen auch die persönlichen Verhältnisse viel über den Interessenten aus. Grundsätzlich dürfen Sie als Vermieter Auskünfte vom potenziellen Mieter verlangen. Die Reichweite Ihres Auskunftsrechts bemisst sich nach dem Ziel Ihrer Frage. Fragen nach den wirtschaftlichen Verhältnissen sind eher zulässig als Fragen nach den persönlichen Verhältnissen des Interessenten. Ist Ihre Frage unzulässig, darf der potenzielle Mieter lügen, ohne dass ihm Konsequenzen drohen. Beantworte er jedoch eine zulässigen Frage wahrheitswidrig und es kommt zum Abschluss eines Mietvertrages, kann dieser grundsätzlich aufgrund einer arglistigen Täuschung angefochten werden.

In der Regel sind folgende Fragen zulässig:

• Fragen nach dem Familienstand
• Fragen nach dem Arbeitgeber, der Dauer des Beschäftigungsverhältnisses und dem Gehalt
• Fragen nach den allgemeinen Einkommensverhältnissen
• Fragen nach der Anzahl und dem Alter der Personen, die im Haushalt leben werden

Unzulässig sind grundsätzlich folgende Fragen:

• Fragen nach einer Schwangerschaft oder einem Kinderwunsch
• Fragen nach Vorstrafen oder einem laufenden Ermittlungsverfahren
• Fragen nach politischen Sympathien oder einer Parteizugehörigkeit
• Fragen nach der Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft oder einem Mieterverein

Der erste Eindruck, aussagekräftige Unterlagen und Ihr Fragerecht helfen Ihnen dabei, den perfekten Mieter zu finden. Lassen Sie sich trotz zahlreicher Medienberichte über säumige Mieter nicht verunsichern und treten Sie den Mietinteressenten nicht allzu misstrauisch gegenüber. Zwar ist eine gewisse Skepsis angebracht, jedoch sollten Sie großen Wert auf ein gutes Verhältnis zwischen Ihnen und Ihrem neuen Mieter legen, denn dies trägt dazu bei, dass sich Ihr Mieter langfristig wohl fühlt und Sie nicht schon nach kurzer Zweit erneut nach einem passenden Mieter suchen müssen.

Jana Leitloff LL.B. Wirtschaftsjuristin und freie Autorin

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